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Mit Rollenspielen Situationen und Erlebnisse thematisieren

Rollenspiele sind ein guter Katalysator, um erlebte Dinge zu verarbeiten und Situationen aufzuarbeiten. Gerade Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren erleben viele neue Situationen, die sie bewältigen müssen, um sie zu verstehen. Daher erfreuen sich Rollenspiele in dieser Altersgruppe einer großen Beliebtheit. Neben dem eigentlichen Rollenspiel finden meist noch Parallelspiele in dieser Altersgruppe statt, wodurch erste soziale Kontakte entstehen und eine vorsichtige Annäherung an ein oder mehrere Kinder erfolgt. Gerade bei jüngeren Kindern wird meist nicht gemeinsam, sondern nebeneinander her gespielt.

Lieblingsrollen der Kinder

Im Rollenspiel mit Kindern beruhen die beliebtesten Formen auf der Grundlage von Vater-Mutter-Kind-Spielen. Ebenso sind Tierrollen sehr beliebt. Dabei sind es Hunde, Katzen oder Dinosaurier, welche die Kinder darstellen möchten – oft auch viele andere Tiere, mit denen sie teilweise im Alltag zu tun haben bzw. die sie gut kennen und schätzen.
Das Rollenspiel Vater-Mutter-Kind ermöglicht den Kindern, Erlebnisse aus der Erwachsenenwelt nachzuahmen und sie für sich und ihre eigene Orientierung zu nutzen und sich zu festigen. Oftmals wird von den Kindern der Übungsleiter mit einbezogen. Dabei spiegeln sie eine andere Person wider. Die Rollenspiele entwickeln sich aus dem freien Spiel heraus, wobei das Kind den Impuls für diese Spielform gibt. Durch die Interaktion zwischen den spielenden Kindern und dem Übungsleiter werden Impulse gesetzt, die die Aktivität des Rollenspiels anregen. Neben der Beobachtung des Verhaltens sorgt der Pädagoge für Anreize, die das Verhalten der Kinder verstärkt. Durch die Präsenz des Pädagogen wird der Weg der Kinder in die Selbständigkeit unterstützt und gleichzeitig eine Vertrauensbasis aufgebaut.

Im Rollenspiel die Frage nach dem: Wer bin ich? Beantworten

Die Rollenspiele in der Psychomotorik fördern die eigene Wahrnehmung und unterstützen bei der Selbstfindung. Die Frage kann jedoch nie erschöpfend beantwortet werden. Lediglich bieten die Rollenspiele und die Grundlagen der Psychomotorik die Möglichkeit, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen die Kinder sich selbst entwickeln können. Sie lernen Dimensionen wie Zeit und Raum zu erfassen und machen Erfahrungen im Bereich von zwischenmenschlichen Beziehungen, die sie für das künftige Leben rüsten. Die Prinzipien der Psychomotorik sind daher genau auf die Bedürfnisse der Kinder ausgelegt.

Einbindung von Bewegungsspielen in der Psychomotorikstunde

Zu Beginn einer Psychomotorikstunde sind Bewegungsspiele sinnvoll, da sie auf den Bewegungsdrang der Kinder ausgelegt sind. Dabei wird überschüssige Energie durch Austoben abgebaut, bevor zu der eigentlichen, thematisierten Psychomotorikeinheit übergegangen wird. Die Bewegungsspiele sind sehr unterschiedlich. Wichtig ist aber nicht nur das themenbezogene Spielen, sondern auch das freie Spiel. Die Kinder haben bei den Spielen die Möglichkeit der freien Wahl, sodass die Tätigkeiten genau auf ihre momentanen Bedürfnisse abgestimmt sind. Vielfach wird das freie Spiel mit Rollenspielen gestaltet, wo die Kinder in eine andere Identität schlüpfen können.

Bewegungsspiele einfach durchführen

Viel überschüssige Energie können Kinder bei Feuer-Wasser-Wind abbauen und sich richtig austoben. Voraussetzung ist dabei, dass der Bewegungsraum eine gewisse Größe hat, damit die Kinder sich bewegen können. Vor Spielbeginn wird den Kindern mitgeteilt, was sie machen sollen, wenn das jeweilige Wort gerufen wird. Bei Feuer legen sie sich flach auf den Boden. Bei Wasser klettern sie die Sprossenwand hinauf oder steigen auf eine Bank. Wenn das Wort Wind gerufen wird, sucht sich das Kind einen Partner, an dem es sich festhalten kann. Wenn die Gruppe aus älteren Kindern besteht, kann das Bewegungsspiel um die Begriffe Blitz und Donner erweitert werden. Wird der Begriff gerufen, sollen die Kinder sofort stehen bleiben.

Das Spiel kann auch mit Musik begleitet werden. Jedes Mal wenn die Musik stoppt und der Begriff gerufen wird, müssen die Kinder sich dementsprechend verhalten.

Die Katze fängt die Maus

Das Katz und Maus Spiel lässt sich auch sehr gut als Bewegungsspiel einsetzen. Dafür wird ein Schwungtuch oder ein Fallschirm benötigt. Die Kinder der Gruppe spannen das Tuch auf. Ein Kind versteckt sich darunter, ein anderes Kind befindet sich auf dem Tuch. Auf allen Vieren versucht das Kind auf dem Tuch das Kind darunter zu fangen, indem es über das Tuch krabbelt. Das Kind unter dem Tuch macht sich klein und versucht, dem anderen Kind zu entwischen. Durch die Kinder, die das Schwungtuch halten, wird der Maus unter dem Tuch geholfen, da sie das Tuch in wellenförmigen Bewegungen bewegen. Das Spiel endet, wenn die Katze die Maus gefangen hat.

Entspannungsübungen in der Psychomotorikstunde

Grundlegend verfügen Psychomotorikstunden auch über eine Einheit, in der sich die Kinder entspannen können. Sie dienen zum einen dazu, Unruhe aus der Gruppe zu nehmen und zum anderen, nach erfolgten Lernübungen oder dem freien Spiel, den Kindern innere Ruhe zu vermitteln. Die Entspannungsübungen zielen darauf ab, dass die Kinder sich ihrer taktilen Wahrnehmung und die Körpererfahrung bewusst werden. Ein Stück weit gehört auch die Konzentration auf das Erlebte dazu.

Entspannungsübungen zu zweit oder in der Gruppe

Die unterschiedlichen Entspannungsübungen sind so gestaltet, dass sie zu zweit oder mit der gesamten Gruppe durchgeführt werden können. Durch die Einbeziehung der Gruppe wird das Gruppenerleben gestärkt und Vertrauen aufgebaut. Eine schöne Entspannungsübung ist Pizza backen. Dafür schließen sich zwei Kinder aus der gesamten Gruppe paarweise zusammen. Wichtig ist, dass das Kind ein gewisses Vertrauen zu der anderen Person hat, um sich wirklich fallen lassen zu können. Das eine Kind legt sich bäuchlings auf eine Matte. Das liegende Kind ist das Pizzablech, das andere der Pizzabäcker.

Mit unterschiedlichen Handbewegungen beginnt der Pizzabäcker nun, das andere Kind zu „bearbeiten“. Leichte Trommelbewegungen der Finger und Streichen mit den Handflächen über Rücken und Oberschenkel simuliert das Einfetten und mit Mehl bestäuben. Durch Klopfbewegungen wird der Teig ausgebreitet und die Zutaten verteilt. Um die Pizza zu backen, legt sich der Pizzabäcker auf das liegende Kind, welches die Wärme spürt. Die fertig gebackene Pizza wird mit der Handkante in mundgerechte Portionen geteilt. Bei dieser beschriebenen Psychomotorikübung liegt das Ziel auf der taktilen Wahrnehmung, der Konzentration und vor allen Dingen auf der Körperwahrnehmung.

Als Gruppenübung bieten sich die Heizdecke und die Waschstraße an. Um die Heizdecken-Übung durchführen zu können, werden Bierdeckel benötigt. Ein Kind aus der Gruppe legt sich auf eine Matte und wird von den anderen Kindern mit Bierdeckeln zugedeckt. Das liegende Kind hat die Augen geschlossen und sollte das Auflegen der Bierdeckel nicht spüren. Nachdem das liegende Kind komplett mit Bierdeckeln bedeckt ist, kann es entscheiden, ob die Bierdeckel von den anderen Kindern wieder entfernt werden oder ob es sie einfach abschütteln möchte.

Die Entspannungsübung zielt darauf ab, durch die kinästhetische und taktile Körpererfahrung die eigene Körperwahrnehmung zu verbessern.

Gruppenerfahrung und Empfindung

Gerade in der Psychomotorik ist die eigene Wahrnehmung, das Erleben mit den Sinnen und die Umsetzung ein Hauptaspekt, der gerade für Kinder sehr wichtig ist. Sie lernen dabei, sich selbst einzuschätzen und Empfindungen zu deuten und zu verarbeiten. Sie werden dadurch gestärkt, sich selbst etwas zuzutrauen und können somit wieder einen weiteren Schritt nach vorne wagen.

Psychomotorik in der freien Natur zur Entwicklung der Sinneswahrnehm

Viele Bewegungsräume und Entdeckungsmöglichkeiten bietet die freie Natur den Kindern und ist daher ein geeigneter Rahmen für eine Psychomotorikstunde. Sinnliche Erfahrungen erleben die Kinder auf Spielplätzen, im Außengelände des Kindergartens, im Wald oder auf Wiesen. Es werden keine zusätzlichen Hilfsmittel benötigt, da die Natur so viele Dinge hergibt. Bei einer Psychomotorikstunde im Freien wird nicht nur die Sinneswahrnehmung, sondern auch die Körperwahrnehmung geschult und soziale Lernerfahrungen erlebt.

Sinneswahrnehmung fördern

Die Sinneswahrnehmung bezieht sich nicht nur auf das Visuelle. Vielmehr gehört auch das taktile und auditive Erleben dazu, was in einem Bewegungsraum nur schwer möglich ist. Alle Sinne werden angesprochen und mit Reizen angeregt. Dazu gehört beispielsweise das zwitschern von Vögeln, das Knacken von Ästen oder das Rauschen der Blätter im Wind. Mit den Händen und Füßen können Untergründe ertastet werden. Im Freien sind die Untergründe sehr unterschiedlich.

Mals sind sie weich und mit Moos bedeckt, mal sind sie mit Wurzeln von Bäumen durchzogen. Den Füßen und Händen bietet sich immer wieder ein anderer Eindruck, der durch die Kinder beschrieben werden kann. Unterschiedliche Übungen können in der freien Natur durchgeführt werden. Beispielsweise stellen sich die Kinder hintereinander auf, nehmen en Seil in die Hand und schließen dabei die Augen. Das andere Ende des Seils hält der Übungsleiter in der Hand. Die Kinder werden jetzt am Seil durch das Gelände geführt und können dabei erleben, wie unterschiedliche die Beschaffenheit des Bodens ist.

Die Übung zielt darauf ab, den Tastsinn der Kinder zu schulen. Dabei sollen sie sich mithilfe ihrer taktilen Wahrnehmung orientieren. Mit den Füßen erfassen sie die unterschiedlichen Untergründe, ohne dafür die visuellen Fähigkeiten einzusetzen. Eine wichtige Voraussetzung für diese Übung ist das Vertrauen der Kinder, welches sie dem Übungsleiter entgegen bringen.

Eine weitere Übung stärkt auch den Tastsinn. Die Kinder stellen sich an einen Baum und berühren mit geschlossenen Augen die Rinde. Sie ertasten unterschiedliche Bereiche und erfahren dadurch, wie die Beschaffenheit ist. Genauso kann die Beschaffenheit der Blätter ertastet werden.

Nutzung von Psychomotorik-Materialien im Außenbereich

Viele Materialen aus der Psychomotorik können auch im Freien genutzt werden. Dazu gehört beispielsweise das Schwungtuch. Aber auch die unterschiedlichen Geräte, die auf Spielplätzen zu finden sind, fördern die Konzentration, Motorik und den Gleichgewichtssinn. Seilgärten und Klettergeräte, aber auch Ballspiele erleben die Kinder auf eine besondere Art und Weise. Sie lernen, Vertrauen in sich selbst zu fassen. Der Bewegungsdrang der Kinder kann wunderbar durchlaufen, rennen, toben und spielen ausgelebt werden.

Nutzung von Alltagsmaterialien in der Psychomotorik

Im täglichen Leben gibt es viele unterschiedliche Materialien, die in einer Übungsstunde Verwendung finden können. Die Alltagsmaterialien umfassen Dinge des täglichen Gebrauchs wie beispielsweise Wäscheklammern, eine Zeitung, Deckel von Getränkeflaschen, unterschiedliche Dosen und Töpfchen. Durch die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten entstehen neue, veränderte Möglichkeiten, die die Kinder spielerisch umsetzen können. So erlernen sie den natürlichen Umgang und können einen Bezug zu den Gegenständen aufbauen.

Die Alltagsmaterialien brauchen, im Gegensatz zu anderen Großgeräten oder Hilfsmitteln, wenig Platz. Es reicht schon ein kleinerer Bewegungsraum, um die Kinder für die neuartigen Materialien zu begeistern.

spielerischer Einsatz von Alltagsmaterialien

Kleinmaterialien wie Bierdeckel können überall erstanden werden. Verschiedene Gastwirte stellen sie sogar kostenlos zur Verfügung. Unterschiedliche Spiele lassen sich in der Psychomotorikstunde mit Bierdeckel schnell und einfach umsetzten.

1. Werfen von Bierdeckeln
Austoben können sich die Kinder beim Bierdeckelwerfen. Ziel der Übung ist, mit den Bierdeckeln so zu werfen, dass er auf einer Matte oder in einem ausgelegten Reifen landet. Die Entfernung zwischen dem Ziel und den Kindern sollte dem Alter entsprechend ausgelegt sein, damit auch die Chance besteht, den Bierdeckel richtig zu platzieren.
2. Balancieren von Bierdeckeln
Das Balancieren von Bierdeckel kann mit einem oder mehreren Bierdeckeln durchgeführt werden. Jedes Kind bekommt beispielsweise einen Bierdeckel und positioniert diesen auf der Fingerkuppel. Die Aufgabe der Übung besteht darin, dass die Kinder den Raum mit dem Bierdeckel durchqueren, ohne ihn fallen zu lassen. Diese Übung dient der Schulung der Koordination sowie der Motorik.
3. Auf Bierdeckel einen Fluss überqueren
Die Kinder bekommen einen Stapel von Bierdeckeln in die Hand. Um den Fluss überqueren zu können, müssen sie einzelne Bierdeckel vor sich auf den Boden legen, um den nächsten Schritt machen zu können. Die Aufgabe besteht darin, dass die Kinder ihren Weg durch den Raum finden und sich dabei darauf konzentrieren, nicht neben die Bierdeckel zu treten. Neben einem hohen Maß an Konzentration werden gleichzeitig der Gleichgewichtssinn und die Motorik gezielt geschult.

Entspannungsübung mit Bierdeckeln

Nachdem die Kinder die unterschiedlichen Spiele sehr aktiv erlebt haben, gehört natürlich auch die entsprechende Entspannung dazu, die auch mit Bierdeckeln erfolgen kann. Diese Übung wird von zwei Kindern zusammen durchgeführt. Das eine Kind legt sich mit dem Rücken auf eine Matte. Das andere Kind nimmt die Bierdeckel und bedeckt den gesamten Körper damit. Es entsteht eine Decke aus Bierdeckeln. Das liegende Kind kann sich dabei wunderbar entspannen.

Die unterschiedlichen Übungen lassen sich auch mit anderen Alltagsmaterialien wie beispielsweise einer Zeitung durchführen.

Schulung der Grobmotorik, des Gleichgewichtssinns und der Koordination durch Springen

Ein Trampolin fasziniert Kinder immer wieder, da sie dort ihre ganze Energie herauslassen können. Das Springen vermittelt ein Gefühl von Leichtigkeit und Schwerelosigkeit, obwohl bei den Sprüngen ein hohes Maß an Konzentration gefordert wird. Da ein Trampolin vielseitig eingesetzt werden kann, gibt es verschiedene Übungen, die in der Psychomotorik Anwendung finden, um die Defizite der Kinder aufzuarbeiten und ihnen zu helfen Selbstvertrauen zu finden.

Neben der Bewegungsfreude, die alle Kinder in sich tragen, werden speziell die Grobmotorik, der Gleichgewichtssinn, die Wahrnehmung und die Koordination geschult.
Zum Einsatz kommen verschiedene Typen von Trampolinen. Die einen haben eine große, nachgiebige Fläche zum Springen. Die anderen sind kleiner und nicht so nachgiebig.
Um Verletzungen vorzubeugen, sollten Kinder das Trampolin nie ohne Aufsicht nutzen.

Trampolinspringen für den Gleichgewichtsinn

Gerade der Gleichgewichtssinn in Verbindung mit der Koordination ist ein wichtiger Bestandteil für unterschiedliche Bewegungsabläufe. Auf dem Trampolin können die Kinder unterschiedliche Bewegungsvarianten, vom Gehen, fallen lassen, bis hin zum Springen ausprobieren. Wenn ein großes Trampolin mit Netz vorhanden ist, kann es von mehreren Kindern gleichzeitig genutzt werden.

• Beim Klatschsprung werden die Kinder dazu aufgefordert, während des Sprungs in die Hände zu klatschen. Um die Übung zu intensivieren, können die Kinder während des Sprungs die Hände in die Luft strecken und über Kopf klatschen. Diese Figur ähnelt dem Hampelmannsprung.
• Das einbeinige Springen ist eine große Herausforderung, da hierbei das Gleichgewicht gehalten werden muss. Die Übung wird am besten nur von einem Kind auf dem Trampolin durchgeführt, um die Gleichgewichtskontrolle zu erlangen. Nach einiger Zeit des Hüpfens auf dem einen Bein wird das andere Bein zum Springen genutzt.

Koordination und Nutzung des Schwungs

Ein großes Trampolin ist ideal, um das Aufstehen auf dem Trampolin zu üben und somit die Koordination, die Wahrnehmung und Grobmotorik zu schulen. Mehrere Kinder begeben sich auf das Trampolin und springen, während eines mit dem Rücken auf dem Sprungtuch liegt. Das liegende Kind versucht nun, aufzustehen. Mit etwas Geschick und der Nutzung der Tuchbewegung gelingt das Aufstehen. Kinder lernen dabei auf ihre Sinne zu hören und sich dementsprechend zu verhalten.

Förderung der Wahrnehmung und Ausbau der Motorik mit Ball-Übungen

In unterschiedlichen Psychomotorikstunden lassen sich verschiedene Übungen mit Bällen hervorragend integrieren. Die Bälle für die unterschiedlichen Bereiche gibt es in vielen Farben und Größen. Unterschiedlich sind auch die Materialien, die verwendet werden. Manche sind aus Gummi, andere wiederum aus Schaumstoff.

Die unterschiedlichen Übungen sind darauf ausgelegt, die Grobmotorik, Feinmotorik, Koordination und die visuelle Wahrnehmung zu fördern, anzuregen und auszubauen. Wichtig ist bei der Durchführung, dass die Übungen kontrolliert ablaufen, um Verletzungen und Fehlreaktionen zu vermeiden.

Entspannung und Körperwahrnehmung mit dem Igelball

Um die Entspannungsübung mit den Kindern durchführen zu können, werden Decken oder Matten auf dem Boden ausgebreitet, wo die Kinder sich bäuchlings drauflegen können. Dabei werden die Augen geschlossen, um die anderen Sinne des Körpers zu aktivieren und die Wahrnehmung anzuregen. Ein anderes Kind oder ein Erwachsener nimmt einen Igelball in die Hand und platziert diesen auf dem liegenden Kind. Mit langsamen Bewegungen wird der Ball nun über den Rücken, die Arme, Hände, Beine und Füße gerollt. Der wichtigste Aspekt bei der Igelballmassage ist das Wohlfühlen und Entspannen der Person, die gerade mit den Bällen behandelt wird. Dabei sollte genau auf die Bedürfnisse eingegangen werden. Die Igelbälle gibt es in unterschiedlichen Größen und verschiedenen Härtegraden, wodurch ein breites Anwendungsspektrum gegeben ist.

Verschiedene Übungen mit Bällen

Bälle verfügen über unterschiedliche Merkmale, die durch die Wahrnehmung, das Berühren und das Anheben herausgefunden werden können. In dieser Ballübung geht es darum, Bälle nach ihrer Beschaffenheit zu sortieren. Dafür werden unterschiedliche Bälle benötigt, die auf dem Boden verteilt werden. Die Kinder sortieren die Bälle und schulen dabei ihre visuelle Wahrnehmung.

Mit großen Bällen kann im Bewegungsraum eine Hindernisstrecke aufgebaut werden. Die Aufgabenstellung für die Kinder sieht so aus, dass sie krabbelnd, rückwärts laufend und gehend den Raum zu durchqueren, ohne die Hindernisse zu berühren. Dabei werden die Koordination und die Grobmotorik eingesetzt und ausgebildet.

Eine spezielle Grobmotorikübung ist das Einklemmen der Bälle zwischen den Knien oder Oberschenkeln. Zum Einsatz kommen Bälle in unterschiedlichen Größen, die auch in der Härte unterschiedlich sind. Ziel der Übung ist es, den Raum mit dem Ball zwischen den Beinen zu durchqueren, ohne ihn fallen zu lassen.

Selbst die Nutzung von Tennisbällen im Bewegungsraum bietet eine gute Grundlage für eine Ball-Übung während der Psychomotorikstunde. Denn gerade mit den kleinen Bällen werden die feinmotorische Geschicklichkeit und gleichzeitig die Koordination gefördert. Die Kinder nehmen so viele Bälle in die Hand, wie sie packen können, und tragen sie auf die andere Seite des Raums, ohne einen davon fallen zu lassen.

Grobmotorik, Feinmotorik, Wahrnehmung und Koordination mit Seil-Übungen fördern

Seile sind Materialien, die in fast jeder Psychomotorikstunde zum Einsatz kommen. Es wird geknotet, Formen gelegt oder aber einfach auf dem Boden ausgelegt, um darauf zu balancieren. Die Vielzahl der unterschiedlichen Übungen fördern nicht nur die Fein- und Grobmotorik, sondern schärfen die Sinne und helfen dabei koordinative Defizite auszugleichen.

Die Übungen mit Seilen benötigen keine große Fläche, sondern sie können vielmehr auch in kleineren Räumen in der Gruppe oder als Einzelübung durchgeführt werden. Auf spielerische Weise lernen Kinder, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten weiterzuentwickeln und auszubauen. So alltägliche Dinge, wie beispielsweise das Schleifen binden oder einen Knoten machen, gehören genauso dazu, wie den Gleichgewichtssinn zu fördern. Die einzelnen Übungen mit Seilen sind genau auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder abgestimmt und können je nach Fortschritt verändert eingesetzt werden. Sowohl in Rollenspielen wie auch im freien Spiel werden Seile eingesetzt. Dabei werden spezielle Bereiche in der kindlichen Entwicklung explizit gefördert.

Unterschiedliche Übungen mit der gleichen Zielsetzung

Gerade die Übungen mit Seilen fördern die Feinmotorik der Kinder. Gerade das Knoten von Seilen ist eine besondere Herausforderung. Die Aufgabe heißt: Wir bauen eine Hängebrücke! Dafür werden die Seile zwischen die beiden Holme eines Barrens gespannt und festgebunden. Als Variante kann auch ein Irrgarten gestaltet werden, indem die Seile kreuz und quer an den Holmen befestigt werden. Nachdem die Konstruktion fertig gestellt ist, versuchen die Kinder durch das Seilgewirr hindurchzuschlüpfen.

Der Gleichgewichtssinn ist mit der Grobmotorik eng verbunden. Dies zeigt sich bei der Übung, wo die Kinder auf einem Seil balancieren. Das Seil wird in einer geraden Linie im Raum ausgelegt. Nun versuchen die Kinder, über das Seil von einem Ende zum anderen zu gelangen. Dabei setzen sie einen Fuß vor den anderen, ohne das Seil zu verlassen. Wer Schwierigkeiten bei der Balance hat, kann die Arme zu Hilfe nehmen.

Übung zur Förderung der Wahrnehmung, der Konzentration und des Denkens

Eine besondere Herausforderung ist, das richtige Seil aus einem Haufen herauszufinden. Dabei geht es in erster Linie darum, das richtige Seil zu erkennen, darüber nachzudenken, wie es dem Knäuel entnommen werden kann und dieses in die Tat umzusetzen. Wenn für die Übung farbige Seile eingesetzt werden, sollten diese mehrfach vorhanden sein. Das Kind hockt sich vor den Seilhaufen und sucht nach dem Ende eines Seils. Wenn es fündig geworden ist, legt es dieses vor seine Füße und versucht mit den Augen das andere Ende zu finden. Um zu überprüfen, ob die Wahl richtig getroffen wurde, zieht das Kind an dem Seil. So kann es feststellen, ob seine Wahl richtig war.

Psychomotorikstunde mit Rollbrett-Übungen

Das Rollbrett bietet eine optimale Grundlage sowohl für das freie Spiel, wie auch im Einsatz von themenbezogenen Übungseinheiten, die psychomotorische Übungen und Spiele miteinander vereinen. Wichtig ist bei den Übungen mit dem Rollbrett, das ausreichend Platz vorhanden ist, um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten. Wichtig ist aber auch, dass den Kindern die Verhaltensregeln und die Sicherheitshinweise erklärt und dargelegt werden:

• Grundsätzlich sollten die Kinder Wissen, dass auf den Rollbrettern nicht gestanden wird, um eine größere Verletzungsgefahr einzudämmen.
• Es ist auf Hände und Füße zu achten. Bei Zusammenstößen können schmerzhafte Quetschungen entstehen. Finger und Zehen können mit den Rädern überrollt werden.
• Eine weitere Vorsichtsmaßnahme ist das Zusammenbinden von langen Haaren, damit diese sich nicht in den Rollen verfangen können. Das Gleiche gilt für weite Kleidung.

Wenn die Kinder diese Warnhinweise verstanden und umgesetzt haben, kann mit den eigentlichen Übungen begonnen werden.

Die Umsetzung von Fortbewegungsmöglichkeiten

Kinder bauen gerne Höhlen, Tunnel, Häuser, in denen sie in Ruhe spielen können. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt, gerade wenn es um den Transport der benötigten Mittel geht. Mit dem Rollbrett können sie alles, was benötigt wird, schnell transportieren. Durch die Fortbewegung mit dem Rollbrett können sie unterschiedliche Möglichkeiten ausprobieren. Sitzend, kniend oder liegend durchqueren sie den Raum und lernen dabei, die beste Möglichkeit für sich selbst kennenzulernen, um sich während der Rollbrett-Übung zu bewegen. Ideal dafür geeignet ist ein harter, ebener Untergrund, wie beispielsweise ein Hallenboden.

Rollbretttunnelfahrt

Spannend ist die Rollbrettfahrt durch einen Tunnel. Dafür werden zwei Turnbänke und eine Matte benötigt, die auf die Bänke gelegt wird. Der Abstand zwischen den Bänken sollte so groß sein, dass ein Einfaches Durchfahren mit dem Rollbrett möglich ist. Die Kinder legen sich bäuchlings auf das Rollbrett und ziehen sich mit den Händen durch den Tunnel, bis sie auf der anderen Seite angelangt sind.

Wenn keine Bänke oder Matten zur Verfügung stehen, können auch Schaumstoffteile eingesetzt werden. Eine weitere Variante können die Kinder selbst darstellen, indem sie sich mit gegrätschten Beinen aufstellen und das Kind auf dem Rollbrett durch die gespreizten Beine rollt.

Weitere Übungsvarianten mit dem Rollbrett

Kinder haben großen Spaß an Wettrennen oder an Parcours-Fahrten mit dem Rollbrett. Wer erreicht zuerst die gegenüberliegende Seite der Halle? Wer schafft es, den Parcours am schnellsten zu durchfahren? Genau wie bei allen anderen Übungen mit dem Rollbrett kommt es auch hier darauf an, dass die Kinder ihre Erfahrungen machen und die Motorik, die Wahrnehmung und die Sinne geschult werden.

Schwungtuch Übungen für die gezielte Förderung des Miteinanders in der Gruppe

Das Schwungtuch ist ein ideales Hilfsmittel und bietet unterschiedliche Möglichkeiten zum Arbeiten in der Psychomotorik und zur Wahrnehmung. Wichtig bei den Übungen sind aber auch das Sozialverhalten und das Miteinander. Gerade wenn eine Gruppe neu zusammenkommt, kann das Schwungtuch als Einstiegsübung genutzt werden. Der Übungsleiter erlebt das gemeinsame Spiel der Kinder und kann dadurch gezielt eingreifen und Hilfestellungen geben.

Das Schwungtuch

Die Schwungtücher gibt es in unterschiedlichen Größen, sodass für jede Gruppengröße das ideale Tuch zur Verfügung steht. Sie sind aus bunten Stoffen hergestellt und verfügen über Schlaufen, damit die Kinder es gut fassen können. Bei einer kleinen Gruppe von Kindern reicht schon das Maß bis maximal 350 cm im Durchmesser. Größere Gruppen benötigen ein Schwungtuch mit einem Durchmesser von bis zu 700 cm. Zu Beginn der Übung werden die Schlaufen des Tuchs fest umfasst und das Tuch bewegt. Die Wellenbewegungen der Arme werden auf das Tuch übertragen.

Übungen mit dem Schwungtuch

In der Psychomotorik, und gerade bei Übungen mit dem Schwungtuch, kommt es darauf an, dass Konzentration, Ausdauer, Bewegung und Koordination geschult werden. Nachdem die Kinder ein Gefühl für die Bewegung bekommen haben, werden Schaumstoffbälle für die Abwandlung der Übung eingesetzt. Bei älteren Kindern können auch schwerere Bälle genutzt werden. Während die Kinder das Tuch bewegen, platziert der Übungsleiter die Bälle auf dem Tuch. Nun sollen die Kinder versuchen die Bälle zu bewegen, ohne dass sie vom Schwungtuch herunterfallen. Durch gezielte Bewegungen wird die Geschicklichkeit auf eine große Probe gestellt. Begonnen wird bei der Übung erst mit einem Ball. Später werden weitere Bälle hinzugegeben, um der Schwierigkeitsgrad zu steigern und die Bälle im Gleichgewicht zu halten. Bei der Umsetzung der Übung ist darauf zu achten, dass der Ball, der vom Schwungtuch fällt, von dem Kind aufgehoben wird, bei dem er hinabgefallen ist. So wird vermieden, dass alle Kinder plötzlich loslaufen, um den Ball wieder auf dem Tuch zu platzieren.

Der Übungsleiter wird schnell feststellen, dass die Kinder mit großer Motivation und Begeisterung dabei sind. Daher lässt sich die Übung sehr gut in einer Psychomotorikstunde integrieren.

Verschiedene Übungsvarianten

Nicht nur mit Bällen kann das Schwungtuch genutzt werden. Bei einer anderen Variante wird das Schwungtuch auf dem Boden ausgebreitet. Die Kinder sitzen am Rand und halten die Schlaufen fest umfasst. Zwei Kinder der Gruppe legen sich mittig auf das Tuch. Die umstehenden Kinder richten sich auf und beginnen sich in eine Richtung zu bewegen. Durch die Rotation des Tuches erleben die liegenden Kinder eine ganz neue Wahrnehmung ihrer Umgebung. Bei einer weiteren Variante werden die liegenden Kinder durch den Raum gezogen.